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Projekt 10m-FM-Relais HB9HD

Beim Projekt des 10m-FM-Relais HB9HD handelt es sich um eine recht ehrgeizigeSache.
Es besitzt zum jetzigen Zeitpunkt bereits eine Sendekonzession.
Voraussichtlich wird es das einzige Relais in diesem Bereich in der Schweiz sein;
stehen doch in unserer Region nur 4 Frequenzen im 10kHz-Raster zur Verfuegung.
Sie alle sind bereits irgendwo in Europa in Betrieb und koennen nicht beliebig
oft genutzt werden, da sonst bei guten Ausbreitungsbedingungen die Gleichkanal-
stoerungen derart stark werden koennten, dass ein normaler Betrieb nicht mehr
moeglich waere.
Aufgrund des extrem kleinen Duplex-Abstandes von nur 100 kHz ist ein einziger
Standort fuer Sender und Empfaenger technisch nicht mit vertretbarem Aufwand
realisierbar. Das Problem ist infolge des Vollduplex-Betriebes die Separierung
der Sende- und Empfangsfrequenz: Der notwendige Filteraufwand waere nicht nur
sehr teuer, sondern auch von mechanischen Dimensionen, die einen normalen Rah-
men sprengen wuerden. Deshalb braucht man mindestens zwei Standorte.
Bei der Wahl der Standorte haben wir es uns nicht leicht gemacht. Gesucht waren
zwei Hoehenstandorte, welche absolute Sichtverbindung zueinander haben. Sie
sollten HF-Technisch etwa aequivalent sein, damit der Benutzer im Nahbereich
etwa dieselben Bedingungen fuer den Sende- und Empfangspfad vorfindet. Zudem
muss ein moeglichst grosses Gebiet abgedeckt werden, damit das Relais auch in
Zeiten ohne Raumwellen-Ausbreitung eine gewisse Attraktivitaet darstellt. Des
weiteren muessen beide Standorte mit normalen Verkehrsmitteln ganzjaehrig er-
reichbar sein. Es muss ein Gebaeude vorhanden sein, welches ueber einen Strom-
anschluss verfuegt. Der Raum, in welchem die Anlagen untergebracht werden, darf
nicht oeffentlich zugaenglich sein und soll nach Moeglichkeit bereits ueber
technische Anlagen verfuegen. Zu guter Letzt muss auf diesem Gebaeude die Moeg-
lichkeit bestehen, eine zweckmaessige Antenne zu errichten (Heimatschutz, Be-
hoerden).

Fuendig wurden wir schliesslich in der Zentralschweiz. Der Sender wird auf dem
Fronalpstock in 1905m Ueber dem Meeresspiegel, der Empfaenger 240m tiefer auf
der Rigi montiert werden. Die Distanz zwischen den beiden Bergen ist mit 11 km recht ideal.
Mit Absicht wurde der Senderstandort hoeher gewaehlt: Geplant sind mehrere
Empfangsstellen in etwas tieferen Lagen. Vom Sender uebertragen wird dann das
Signal derjenigen Empfangsstelle, welche das beste Signal liefern kann. Das
heisst, dass die verschiedenen Empfangssignale mittels eines Auto-Diversity-
Prinzips laufend verglichen werden und nur das jeweils qualitativ Beste dem
Sender zugefuehrt wird. So erreicht man sowohl bei Mobil-Betrieb als auch bei
DX-Stationen sehr gute Resultate. HB9HD wird aber vorerst nur mit einem einzigen
Empfaenger realisiert werden. Mit diesem Standorten wird gemaess Messungen
ein Aktionsgebiet erwartet, welches praktisch die ganze Zentral-, Nordwest-,
Nord- und Nordostschweiz sowie bedeutende Teile des angrenzenden Auslandes vom
Elsass bis in die Gegend von Muenchen erfasst.
Die intelligente Steuerung des Relais wurde von HB9HD entwickelt und ist seit
einigen Jahren im UHF-Relais Kyburg und seit Herbst 1995 auch auf dem Relais
Piz Corvatsch im Engadin im Einsatz und hat sich sehr bewaehrt. Es handelt sich
um eine mikroprozessorgesteuerte, modular ausbaubare Steuerung mit fast belie-
big vielen Optionen. Zum Beispiel ist per Code (DTMF, ZVEI etc.) eine Abfrage
des Empfangssignales in geeichten S-Stufen moeglich. Die Ausgabe des Wertes er-
folgt entweder in Morsecode oder mittels digitalisierter Stimme. Verschiedene
Fernabfragen wie Batteriespannung, Endstufen-Temperatur, Wetterstationsdaten
usw. sind denkbar. Die Relaisstation kann als Bakensender mit oder ohne Spora-
dic-Warnung betrieben werden. Der Squelch kann bei Bedarf ausgeschaltet werden,
damit sehr schwach einfallende Signale nicht unterbrochen werden. Natuerlich
kann das Relais bei Bedarf auch ferngesteuert desaktiviert werden. Gewisse
Grundfunktionen sind auch via Packet Radio steuerbar.
Geplant ist weiterhin eine Zusammenschaltung mit weiteren Relaisstationen im
VHF- oder UHF-Bereich (Durchwahl mittels Code). Da beim Senderstandort auf dem
Fronalpstock bereits das UHF-Amateurfunkrelais HB9CF betrieben wird, koennte
nach Abklaerung der rechtlichen Seite eine Vernetzung recht einfach realisiert
werden. Auch bietet sich das UHF-Relais Kyburg fuer eine weitere Vernetzung an,
da dort entsprechende Voraussetzungen bereits existieren.

HB9HD, Hochfrequenz Digitalgruppe Oberneunforn